Aus der Dorfgeschichte

Christian und Erika Gollong: Bühne und Dorfleben

Ein Schauspieler und eine Tänzerin fanden in Nienhagen ein Zuhause. Ihre beruflichen Wege und ihre Verbundenheit mit dem Dorf erklären, warum das Gollong-Haus ihre Namen trägt.

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Christian Gollong auf den Theaterbühnen

Christian Gollong absolvierte zunächst eine Banklehre und besuchte anschließend eine Schauspielschule in München. Seine erste Anstellung fand er am Münchner Lustspielhaus. Es folgten verschiedene Bühnenstationen, unter anderem in Meiningen, Bremen, Kassel und Berlin.

1949 kehrte er an das Staatstheater Kassel zurück. Dort blieb er bis zu seinem Ruhestand 1967. Auch danach stand er noch in einzelnen Rollen an der Kasseler Komödie auf der Bühne. Die Chronik zeigt ihn sowohl als jungen als auch als reifen Schauspieler.

Erika Axmann und der Spiegeltanz

Erika Gollong, geborene Axmann, nahm mit ihrer Zwillingsschwester Charlotte, genannt Lotte Ballettunterricht. Nach ihrer Ausbildung wurde sie als Tänzerin am Theater in Schwerin engagiert. Ende der 1920er Jahre fanden beide Schwestern eine Anstellung am Kasseler Staatstheater.

Die Chronik beschreibt einen besonderen gemeinsamen Auftritt: Links und rechts eines Holzrahmens tanzten die Schwestern spiegelgleiche Bewegungen. Das Publikum hielt eine der beiden zunächst für ein Spiegelbild. Als der Rahmen entfernt wurde, löste sich die Täuschung auf. Erika und Christian heirateten 1936 in Kassel. Danach war Erika noch einige Jahre als Ballettmeisterin tätig.

Vom Ferienort zum Zuhause

1938 lernten Christian und Erika Gollong Nienhagen und seine Umgebung als Ferienort kennen. Zunächst wohnten sie in einer Ferienwohnung. Bereits 1939 finanzierten sie eine Wasserleitung zum Friedhof. 1941 kauften sie ein Haus im Dorf.

In den Nachkriegsjahren lebten dort auch Angehörige von Erikas Familie. Später wurde die Scheune ausgebaut und zusätzlicher Wohnraum geschaffen. Die Chronik erinnert außerdem an gepflegte nachbarschaftliche Beziehungen und Christians Freude am Kochen. Das Künstlerpaar war dadurch mit dem alltäglichen Leben im Dorf verbunden.

Gemeinsam ins Kasseler Theater

Christian Gollong verband seinen Beruf mit dem Dorfleben. Adolf Kraft berichtet, dass er gemeinsam mit dem Nienhäger Busfahrer Friedrich Lischke Theaterbesuche in Kassel organisierte. Eine Gruppe fuhr in den Wintermonaten regelmäßig zu Aufführungen. Der Schauspieler eröffnete seinen Nachbarn damit einen Zugang zum Theater.

Eine Einladung über den Ballettunterricht

Haldorn erklärt eine frühe Verbindung zwischen den Familien Stephan und Gollong: Tilly Stephan kannte Erika aus dem Ballettunterricht. Daraus entstand eine Einladung in die Nienhäger Ferienwohnung. Die Erinnerung ergänzt den Weg des Künstlerpaars ins Dorf; ein genaues Jahr dieser Einladung nennt sie nicht.

Nachbarn im Alltag

Kraft beschreibt Erika und Charlottes Hilfe bei Heu- und Getreideernte. Christian besuchte nach Theaterabenden das Gasthaus „Zum grünen Baum“, gelegentlich noch geschminkt.

Georg Ulrich holte Brennholz mit einem Pferdegespann. Die Nienhäger Dreschgenossenschaft sägte es fahrbar; Christian spaltete die Stücke. Gärten und Obstbäume ergänzten die Versorgung.

Vom Wohnhaus zum Dorfmuseum · eine Bilderfolge

Erich Haldorns Rückblick zeigt den Museumsumbau auch in Bildern. Zwei Aufnahmen von Helfern vor dem Haus sind auf der Quellenseite dem Arbeitsbeginn am 4. April 1995 zugeordnet. Die Ansicht vom Oktober 1998 zeigt das Haus mit dem erneuerten Dach und einem Schlepper davor.

Ein weiteres Bild hält den Töpfer Klüß an der Drehscheibe fest; die Bildunterschrift nennt 1998. Zusammen geben die Aufnahmen Einblicke in die Arbeit am Gollong-Haus und die Verbindung von Dorfmuseum und Töpferhandwerk. Der Rückblick wurde im März 2020 verfasst.

Das Foto des Gedenksteins zur 650-Jahrfeier erinnert außerdem an das Dorfjubiläum 1351–2001. Ein Aufnahmedatum ist beim Bild nicht vermerkt.

Daten und Ereignisse

Die einzelnen Einträge aus dem Zeitstrahl mit ihren Quellen.

1941

Das Ehepaar Gollong kauft ein Haus im Dorf

Christian und Erika Gollong kauften das Haus, nachdem sie Nienhagen 1938 als Ferienort kennengelernt hatten. Es wurde später zum Gollong-Haus mit Dorfmuseum.