St.-Elisabeth-Kirche Nienhagen
Nienhagen gehört zur Dreieinigkeits-Kirchengemeinde Escherode–Dahlheim–Nienhagen–Nieste. Gottesdienste und kirchliche Termine veröffentlicht die Kirchengemeinde.
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Aus der Geschichte der Kirche
Die ältere Fachwerkkirche
Am Standort der Sandsteinkirche stand zuvor eine kleine Fachwerkkirche. Die Chronik ordnet ihren Bau der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu. Die Generalvisitation von 1588 nennt Gottesdienste in Nienhagen; das genaue Baujahr der Kapelle ist nicht gesichert.
Eine Karte des Kaufunger Waldes von 1619 zeigt den Vorgängerbau. Das Dorfinventar von 1832 beschreibt eine Kapelle mit Uhr und Glocke, aber ohne Turm. Die Nienhäger Gemeinde gehörte zunächst zum Kirchspiel Uschlag und wurde 1829 der neu geschaffenen Pfarre Escherode zugeordnet.
Eine Uhr für zwei Kirchenbauten
Das Kirchengemeindelexikon datiert die Uhr der älteren Fachwerkkapelle ungefähr auf 1787 bis 1789. Beim Neubau wurde sie übernommen. Ihr Werk wurde 1945 beschädigt und nicht mehr repariert. Damit reicht die Geschichte der früheren Kirchturmuhr weiter zurück als die des heutigen Sandsteinbaus.
Der Kirchenbau von 1868 bis 1869
Die baufällige Fachwerkkirche wurde 1868 bis 1869 durch einen Sandsteinbau im neogotischen Stil ersetzt. Die Chronik nennt Zeichnungen des Architekten Scholz, die Leitung des hannoverschen Oberbaurats Hase und die Bauausführung durch den Mündener Baumeister Gerlt. Die Bauzeit betrug etwa 18 Monate.
Einwohner halfen mit ihrer Arbeitskraft und mit Fuhrdiensten. Am Liebgehäge wurde ein Sandsteinbruch angelegt; Sand kam aus dem Escheröder Forstrevier, rote Bodenplatten aus dem sogenannten roten Graben. So entstand die Kirche mit Materialien aus der Umgebung und gemeinschaftlicher Arbeit.
Für den Bau nennt die Dorfchronik 1868 bis 1869. Das Kirchengemeindelexikon setzt den Zeitraum weiter an, von 1867 bis 1869. Ob die Angaben unterschiedliche Bauphasen einschließen, ist bislang nicht geklärt.
Der Neubau begann mit einem Beschluss
Schon 1859 befürwortete der Nienhäger Kapellenvorstand einen Neubau. Das Kirchengemeindelexikon verweist dafür auf Krafts Kirchenbuch. Der Beschluss liegt damit mehrere Jahre vor der in der Dorfchronik geschilderten Bauausführung von 1868 bis 1869.
Der Taufstein von 1599
Der Taufstein ist aus Sandstein gehauen und trägt die Jahreszahl 1599 in erhabenen Ziffern. Er gehörte bereits zur Ausstattung der alten Fachwerkkirche. Beim Neubau wurde er in die Sandsteinkirche übernommen und bewahrt damit ein Stück der Geschichte des Vorgängerbaus.
Auch die Einsätze des Taufbeckens haben eine eigene Geschichte. Christoffel Gerwig und sein Bruder Jost stifteten 1701 einen Einsatz aus Zinn, der laut Chronik seit den 1950er-Jahren als verschwunden galt. 1959 fertigte Kurt Kresse einen neuen Einsatz und schenkte ihn der Kirchengemeinde.
Kruzifix, Orgel und Glocken
Gustav Heinrich Eberlein schuf 1868 für Nienhagen ein etwa 80 Zentimeter hohes Kruzifix aus Eichenholz. Der kunstgeschichtliche Beitrag in der Chronik ordnet die geschnitzte Christusdarstellung seiner Nürnberger Studienzeit zu. Wer das Holzkreuz und den übrigen Altaraufsatz gestaltete, bleibt dort offen.
Zur Ausstattung von 1869 gehörte eine Orgel der Gebrüder Rohlfing aus Osnabrück mit sechs Registern. Eine neue Orgel der Firma Werner Bosch aus Sandershausen wurde am 31. Mai 1959 eingeweiht. 1962 kamen ein zweites Manual und fünf Register hinzu. Ein später gestiftetes Pedalregister erhöhte den in der Chronik beschriebenen Umfang auf 13 Register.
Für den Neubau wurden zwei Stahlgussglocken des Bochumer Vereins angeschafft. Nachdem 1961 an einer dieser Glocken Risse festgestellt worden waren, erhielt die Kirche eine neue Bronzeglocke und ein elektrisches Läutewerk. Damit endete das bis dahin von Hand ausgeführte Glockenläuten.
Auch das Werkverzeichnis der Gustav-Eberlein-Forschung führt das Nienhäger Kruzifix: als Werk Nummer 32 aus dem Jahr 1868. Damit lässt sich die geschnitzte Christusdarstellung einem konkreten Werk des Künstlers zuordnen.
Mehr Platz auf der Orgelempore
1879 wurde die Westempore erweitert. Bei diesen Arbeiten wurde auch die Rohlfing-Orgel repariert und umgesetzt. Das Kirchengemeindelexikon nennt beide Maßnahmen zusammen: Die Ausstattung des neuen Kirchengebäudes wurde schon zehn Jahre nach seiner Fertigstellung angepasst.
Orgelpfeifen im Ersten Weltkrieg
1917 wurden nach dem Kirchengemeindelexikon Zinnpfeifen der alten Orgel abgegeben. Erst 1926 kamen Zinkpfeifen als Ersatz. Dieser Vorgang betrifft die frühere Rohlfing-Orgel, nicht das erst 1959 eingeweihte Bosch-Instrument.
Kriegsschäden und Restaurierungen
In der Nacht vom 5. auf den 6. April 1945 beschädigte Artilleriebeschuss die Kirche. Eine Granate traf das Portal; die Fenster wurden zunächst provisorisch mit Sperrholzplatten geschlossen. Im Februar 1951 wurden die Fenster erneuert. Der Eingangsbereich mit Treppe, Stützmauer und neuer Tür folgte 1968.
Eine Erneuerung des Innenraums fand 1957 statt. 1988 wurde das Dach mit roten Tonziegeln neu gedeckt und der Anschluss zum Turm abgedichtet. Anschließend wurden die Außenflächen gereinigt und neu verfugt.
Im Februar 1994 begannen umfangreiche Arbeiten im Kircheninneren. Sie umfassten Teile des Sandsteinbodens, Altaraufsatz, Kruzifix und Kanzel sowie Fenster, Heizung, Beleuchtung und Sitzbänke. Am 3. Oktober 1994 wurde die Kirche in einem festlichen Gottesdienst wieder zur Nutzung übergeben. Am 16. Mai 1995 kam eine neue Turmuhr hinzu, ermöglicht durch eine testamentarische Spende des Ehepaars Gollong.
Ein Kreuz statt des Wetterhahns
Bei der Turmerneuerung 1962 kam eine Kupferdeckung hinzu. Ein Kreuz ersetzte den Wetterhahn; die Ziffernblätter der alten Uhr wurden entfernt. Diese Veränderungen nennt das Kirchengemeindelexikon im Abschnitt über den Turm.
125 Jahre Kirche im Jahr 1994
1994 feierte die Nienhäger Kirche ihr 125-jähriges Bestehen mit einem festlichen Gottesdienst. Die Kurzchronik berichtet, dass der Kultur- und Heimatverein am selben Tag das Töpferdenkmal vor der Kirche enthüllte.
Ein Relief der heiligen Elisabeth
Ein jüngeres Kunstwerk erinnert an die Namensgeberin der Kirche: 1999 entstand ein Keramikrelief der heiligen Elisabeth. Das Kirchengemeindelexikon nennt den Nienhäger Künstler Wilfried Kluess als Urheber.
Kirchliche Gemeinschaft über die Ortsgrenzen hinweg
Nienhagen gehört zur Dreieinigkeits-Kirchengemeinde Escherode-Nieste. Diese entstand zum 1. Januar 2011 durch den Zusammenschluss der Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde Escherode und der St.-Anna-Kirchengemeinde Nieste. Der Zusammenschluss ist im kirchlichen Amtsblatt dokumentiert.
Im August 2024 berichtete die Landeskirche über die Ordination Franziska Edes in Escherode. Die Meldung beschreibt einen gemeinsamen pastoralen Zuständigkeitsbereich für die Dreieinigkeitsgemeinde mit Nienhagen und die Johannis-Kirchengemeinde Uschlag.
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