Aus der Dorfgeschichte

Wege, Briefe und Verbindungen

Straßenbau, Post, Telefon und Busverkehr verbanden Nienhagen schrittweise enger mit Kassel, Münden und den Nachbarorten.

Inhaltsverzeichnis

Zu einem Abschnitt springen

Schlechte Wege und neue Straßen

Schon 1721 beschwerten sich Uschlag, Escherode und Nienhagen über den schlechten Kasselweg. Ein Verzeichnis von 1822 nennt am Thieleborn einen nötigen Wegweiser für die Abzweigung nach Münden und Ziegenhagen.

Nach den Missernten von 1845 und 1846 wurden Verbindungen nach Escherode und Sichelnstein im Rahmen von Notstandsarbeiten mit Steinbelägen und Entwässerung ausgebaut. Später veränderten die Verkopplung und innerörtliche Pflasterungen das Wegenetz. 1907 war der Anschluss über Escherode an die Straße nach Kassel fertiggestellt.

Briefe kommen ins Dorf

Eine Bekanntmachung zum 1. Juli 1865 nennt Nienhagen auf der zweiten Bestelltour des Mündener Landbriefdienstes. Das ist der Beleg für die Einbindung in einen regelmäßigen regionalen Zustelldienst, noch nicht für eine eigene Poststelle im Dorf.

1890 wurde laut Kurzchronik eine Posthilfsstelle in Nienhagen eingerichtet. Im weiteren Verlauf betreuten verschiedene Familien die örtliche Post.

Eine öffentliche Telefonmöglichkeit

Am 6. August 1911 erhielt das Dorf nach der Chronik Anschluss an das Telegraphennetz und eine öffentliche Fernsprechstelle. Die Kurzchronik nennt im selben Zusammenhang einen Unfallmeldedienst. Gemeint ist eine öffentliche Möglichkeit, Nachrichten und Hilferufe weiterzugeben, nicht die Ausstattung aller Häuser mit eigenen Telefonen.

Vom Fußweg zum direkten Bus

1913 entstand eine Busverbindung durch das Niestetal. Nienhäger erreichten sie zunächst nach einem Fußweg nach Escherode. Die regionale Linie fuhr damals noch nicht direkt ins Dorf.

Der direkte KVG-Linienverkehr nach Kassel begann laut Chronik am 1. Juli 1947. Der erste Bus besaß einen Holzvergaser. 1949 kam eine Verbindung nach Münden hinzu; im folgenden Sommer folgte eine Sonntagsverbindung. Diese Daten beschreiben die historischen Anfänge, keinen heutigen Fahrplan.

Die Poststelle schließt

Im September 1981 schloss die Bundespost ihre Nienhäger Geschäftsstelle. Der genaue Tag bleibt im Buch uneinheitlich: Das Häuserkapitel nennt den 26., das Postkapitel den 29. September. Für die Dorfgeschichte ist die Schließung im September 1981 die gemeinsame sichere Zeitangabe.

Eine weitere Veränderung folgte am 1. Juli 1993 mit der Einführung der fünfstelligen Postleitzahl 34355 Staufenberg. Die Chronik behandelt damit sowohl den örtlichen Postdienst als auch die Umstellung eines überregionalen Ordnungssystems.

Daten und Ereignisse

Die einzelnen Einträge aus dem Zeitstrahl mit ihren Quellen.

1. Juli 1865

Nienhagen auf der Landbriefdienst-Tour

Eine Bekanntmachung nennt das Dorf auf der zweiten Bestelltour des Mündener Landbriefdienstes.

6. August 1911

Öffentliche Fernsprechstelle

Der Anschluss an das Telegraphennetz brachte eine öffentliche Telefonmöglichkeit ins Dorf. Die Kurzchronik nennt außerdem einen neu eingerichteten Unfallmeldedienst.