1585
Huldigung in Münden
Die wehrfähigen Männer Nienhagens huldigen Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel vor dem Schloss in Münden. Die Chronik beschreibt dies als Huldigung gegenüber dem neuen Landesherrn.
Alte Verpflichtungen wurden abgelöst, Häuser erhielten Nummern und Nienhagen wurde 1973 Teil Staufenbergs. Die Chronik zeigt mehrere Schritte dieses Wandels.
Im 19. Jahrhundert wurden ältere Abgaben und Dienste schrittweise abgelöst. Die Kurzchronik nennt 1841 eine erste Kleinzehntablösung, bei der eine Zehntlämmerabgabe in eine Geldabgabe umgewandelt wurde. 1856 folgte die Ablösung des herrschaftlichen Kornzehnts.
Für weitere Verpflichtungen nennt der Überblick 1864 eine Ablösungssumme. Das Detailkapitel zeigt jedoch, dass die mitgeteilte Forderung noch Gegenstand längerer Verhandlungen war und 1865 ein niedrigeres Angebot angenommen wurde. Sicher lässt sich der Vorgang als Umwandlung alter Dienste und Abgaben in eine Kapitalschuld beschreiben. Holzverkaufserlöse ermöglichten nach der Chronik die Tilgung der aufgenommenen Kapitalien bis 1885.
Die Einführung einer staatlichen Brandversicherung war 1750 mit der Nummerierung der Häuser verbunden. Das Brandkassenkataster erfasst Wohnhäuser, Scheunen und weitere Gebäude. Alte Hausnummern in der Chronik gehören zu dieser fortlaufenden Dorfzählung und lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres als heutige Straßenadressen lesen.
Mit der Bildung Staufenbergs 1973 wurden die Häuser straßenweise nummeriert. Die frühere Dorfnummerierung wurde aufgegeben. Das erklärt, warum historische Bildunterschriften und spätere Adressen dasselbe Haus unterschiedlich bezeichnen können.
1966 wurde nach der Kurzchronik ein Bebauungsplan für die Erweiterung Nienhagens erstellt. Das Ereignis gehört zur jüngeren Siedlungsentwicklung und ist von älteren Veränderungen der landwirtschaftlichen Feldmark zu unterscheiden.
Für 1992 nennt die Kurzchronik sechs Gebäude, darunter Mühle und Kirche, die unter Denkmalschutz gestellt wurden. Die Zahl beschreibt den Buchstand und kein aktuelles Denkmalverzeichnis.
Zum 1. Januar 1973 wurden neun Gemeinden des Obergerichts zur Einheitsgemeinde Staufenberg zusammengeschlossen. Damit endete Nienhagens kommunale Selbstständigkeit am 31. Dezember 1972.
Die Gebietsreform betraf auch örtliche Organisationsformen. Der 1967 gegründete SPD-Ortsverein ging 1973 in die Staufenberger Parteiorganisation mit örtlichen Bezirken über. Die Chronik beschreibt hier eine historische Veränderung, keinen aktuellen Partei- oder Verwaltungsstand.
Das Kapitel über Ortsvorsteher dokumentiert wechselnde Amtsbezeichnungen und Formen örtlicher Vertretung. Nach der Gebietsreform bestand zunächst ein gemeinsamer Ortsrat mit Escherode; später erhielt Nienhagen einen eigenen Ortsrat.
Für den Übergang zum eigenen Ortsrat enthält das Buch unterschiedliche Jahresangaben: 1991 und 1996. Dieser Zeitpunkt bleibt deshalb offen. Die damalige Mitgliederzahl und die historischen Amtsinhaber sind keine Angaben zur heutigen Zusammensetzung.
Wer Verwaltungs- und Alltagsgeschichte weiter erforschen möchte, findet einen Ausgangspunkt im Landesarchiv: Der Bestand zum Amt Münden umfasst Unterlagen zu Abgaben, Gewerbe, Forst, Bauten, Kirche und Schule. Seine amtliche Beschreibung nennt Nienhagen auch im Zusammenhang mit einem Steuerregister von 1557.
Die einzelnen Einträge aus dem Zeitstrahl mit ihren Quellen.
1585
Die wehrfähigen Männer Nienhagens huldigen Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel vor dem Schloss in Münden. Die Chronik beschreibt dies als Huldigung gegenüber dem neuen Landesherrn.
1807 · Überregionaler Zusammenhang
Die Region wird Teil des Königreichs Westfalen. Regiert wird es von Kassel aus unter Jérôme, dem Bruder Napoleons.
1864/1865
Ende 1864 wird dem Dorf eine Ablösesumme von 5.036 Talern, 8 Groschen und 8 Pfennigen für bisherige Abgaben und Dienste mitgeteilt. Nach weiteren Verhandlungen wird 1865 ein Angebot von 4.000 Talern angenommen.
1866 · Überregionaler Zusammenhang
Nach dem verlorenen Krieg gegen Preußen wird das Königreich Hannover zur preußischen Provinz.
1885 · Überregionaler Zusammenhang
Der Landkreis Münden beginnt seine Verwaltungstätigkeit.
1966
Für die Erweiterung Nienhagens wird ein Bebauungsplan erstellt.
1967
Nienhagen bekommt ein eigenes Ortswappen.
1. Januar 1973
Neun Gemeinden wurden zur Einheitsgemeinde Staufenberg zusammengeschlossen.
1992
Die Kurzchronik verzeichnet für 1992 die Unterschutzstellung von sechs Gebäuden im Ort. Dazu gehören die Mühle und die Kirche.